Filmpreis der Stadt Hof 2020 geht an Axel Ranisch

54. Internationale Filmtage

22.10.2020

Kleiner Festakt, ganz große Gefühle: Der Filmpreis der Stadt Hof geht an den Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor Axel Ranisch. Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Feier in der Hofer Freiheitshalle in äußerst reduzierter Form und mit einer eingeschränkten Anzahl von Besucherinnen und Besuchern statt.

Eva Döhla, die als Oberbürgermeisterin den Preis zum ersten Mal verliehen hat, sagte anlässlich der Übergabe: „Mit dem Preis würdigen wir Axel Ranischs umfangreiches Wirken für den deutschen Film. Sein Schaffen ist für die Zuschauerinnen und Zuschauer eine ergiebige Quelle für neue Perspektiven. Ranisch legt sich nicht auf ein bestimmtes Genre fest, und das ist ganz wundervoll.“ Eva Döhla unterstrich, dass das Gemeinschaftserlebnis Kino zu einer gemeinsamen Erkenntnis werden kann: „Im Kino schauen alle in die gleiche Richtung: nach vorne.“

Axel Ranisch feierte bereits im Oktober 2011 mit „Dicke Mädchen“ eine für ihn wichtige Premiere auf den Hofer Filmtagen. „Hof ist nah, Hof ist Familie. Die schönsten Filmerlebnisse in meinem Leben hab´ ich fast alle in Hof gehabt“, sagte der junge Filmemacher. Aufgrund der strengen Corona-Hygienemaßnahmen verzichtete man auf die traditionelle Übergabe des Preises. Das kunstvoll gestaltete Objekt nahm sich Axel Ranisch selbst von einem kleinen Podest herunter. Sichtlich gerührt erzählte er von seinem Mentor Rosa von Praunheim und widmete schließlich den Preis seiner Oma ­– die in „Dicke Mädchen“ in der Hauptrolle zu sehen war. 

„Ich bewundere sein Können, wenn es um die Kunst der Improvisation geht“, betonte Oberbürgermeisterin Eva Döhla. Die Verbundenheit zwischen der Stadt und Axel Ranisch sei über die Jahre hinweg gewachsen. „Wir zeichnen eine herausragende Persönlichkeit und einen außergewöhnlichen Kreativen aus und: Den Filmpreis kann man sich nicht erarbeiten.“

In der Laudatio sagte der Filmkritiker Knut Elstermann per Videoübertagung, Ranisch habe einen „eigenen, neuen erfrischenden Ton ins Kino“ gebracht. „Bei allen Erfolgen war immer auch Subversives geblieben.“

Der vielfach ausgezeichnete Axel Ranisch wurde 1983 in Berlin geboren. Bereits 2002, ein Jahr vor seinem Abitur, hatte er seinen ersten Kurzfilm produziert. In den darauffolgenden Jahren entstanden rund 80 Kurzfilme in Eigenregie. Ranisch ist seitdem Darsteller, Autor, Filmkomponist oder Filmeditor. Seine Ausbildung in Medien- und Theaterpädagogik schloss er im Frühjahr 2004 an der brandenburgischen DGB-Jugendbildungsstätte in Flecken Zechlin ab und leitete seitdem viele Projekte als Medienpädagoge.

Von 2004 bis 2011 folgte das Studium der Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“. Viele seiner Filmwerke wurden auf mehr als hundert Filmfestivals gezeigt. Er arbeitete mit Regisseuren wie Tom Tykwer und Julia von Heinz zusammen; einer der Filme ist „Rosakinder“ von 2012. Darin wird die Beziehung zum „Filmvater“ und Mentor Rosa von Praunheim thematisiert, der auch einer von Ranischs wichtigsten Lehrmeistern war. Ranisch verfasst Libretti, inszeniert Opernabende und Theaterstücke und ist Romanautor.

Filmpreis Verleihung

Über den Filmpreis der Stadt Hof:

Die Internationalen Hofer Filmtage sind eines der wichtigsten deutschen Festivals nach der Berlinale und gelten als „Familienfest des Deutschen Films“. Der nicht dotierte Filmpreis der Stadt Hof wurde zum ersten Mal im Jahr 1986 vergeben, Doris Dörrie war die erste Preisträgerin. Unter ihren Nachfolgern befinden sich weitere renommierte Namen: Wim Wenders, Werner Herzog, Detlef Buck, Sönke Wortmann, Tom Tykwer, Dominik Graf oder Oscarpreisträgerin Caroline Link.

Der Preis selbst besteht aus einem Objekt der Staatlichen Fachschule für Produktdesign in Selb und richtet sich an Personen, die mit Hof und dem Festival eng verbunden sind.

Der Filmpreis der Stadt Hof gilt in der deutschen Filmszene als eine der begehrtesten Auszeichnungen. Die bisherigen Preisträger waren: 1986 Doris Dörrie, 1987 Hans Noever, 1988 Laurens Straub, 1989 Josef Rödl, 1990 Herbert Achternbusch, 1991 Uwe Brandner, 1992  Wim Wenders, 1993 Werner Herzog, 1994 Christian Rischert, 1995 Detlev Buck, 1996 Werner Schroeter, 1997 Sönke Wortmann, 1998 Tom Tykwer, 1999  Andreas Kleinert, 2000 Joachim Król, 2001 Hans-Christian Schmid, 2002 Redaktion „kino kino“, BR, 2003 Dominik Graf, 2004 Laura Tonke, 2005 Christoph Schlingensief, 2006 Dr. Alexander Kluge, 2007 Peter Lohmeyer, 2008 Rosa von Praunheim, 2009 Christian Petzold, 2010 Caroline Link, 2011 Peter Kern, 2012 Jessica Schwarz, 2013 Barbara Albert, 2014 Chris Kraus, 2015 Katharina Marie Schubert, 2016 Aylin Tezel, 2017 Wolfgang Ettlich, 2018 Alfred Holighaus und 2019 Max Riemelt.

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