Deutsch-Tschechische Freundschaftstage in Hof

Veranstaltungen in der Stadtbücherei, im Central-Kino, im Museum Bayerisches Vogtland oder auch Open Air im Biergarten Theresienstein

02.05.2022

Mit den Deutsch-Tschechischen Freundschaftstagen 2022 bietet die Stadt Hof wieder Möglichkeiten zu Begegnung an, zu denen die Nachbarn aus der Tschechischen Republik besonders eingeladen werden. Vom 6. bis 29. Mai gibt es eine Reihe ganz unterschiedlicher Veranstaltungen in der Stadtbücherei, im Central-Kino, im Museum Bayerisches Vogtland oder auch Open Air im Biergarten Theresienstein.

Oberbürgermeisterin Eva Döhla begrüßt die vom Kulturamt veranstaltete Reihe: „Gerade in dieser Zeit kommt es darauf an, dass wir uns als Nachbarn mit Interesse und offenen Herzen begegnen.“ Ihr Dank gilt den Mitwirkenden, aber auch der Euregio Egrensis, die fördernd und mit Knowhow zur Seite steht.

Alle Veranstaltungen werden zweisprachig angeboten. Der Eintritt ist frei. Es gibt eine deutsche und eine tschechische Version des Veranstaltungsflyers, der auch online zur Verfügung steht. Mit der Veranstaltungsreihe wird ausdrücklich auf den Sudetendeutschen Tag hingewiesen, der unter dem Motto „Dialog überwindet Grenzen“ an Pfingsten in Hof stattfindet.

Falls Sie Bildmaterial zu den Veranstaltungen benötigen, melden Sie sich bitte in der Medienstelle Hof.

Das Programm der Deutsch-Tschechischen Freundschaftstage:

Freitag, 6. Mai
Stadtbücherei

20:00 Uhr

„Geheimnisvolle Orte, verborgene Schätze – Auf Entdeckungsreise im Ascher Land“. Buchvorstellung mit der Autorin Beate Franck

Zwar sehr nahe, aber doch wenig bekannt: Ins Ascher Land in unmittelbarer Nachbarschaft zu Bayern und Sachsen fährt man vor allem zum Tanken, Zigarettenkauf oder der böhmischen Küche wegen. Schade, findet die Journalistin und Autorin Beate Franck aus Hof, denn die Region hat ihrer Meinung nach viel zu bieten. In ihrem neuen Buch „Geheimnisvolle Orte, verborgene Schätze“ nimmt sie die Leser mit auf eine Entdeckungsreise in diesen besonderen Landstrich rund um Asch (Aš) und Rossbach (Hranice). Der Ausflugsführer nennt und beschreibt lohnenswerte Ziele, Naturschönheiten, Freizeit- und Sportangebote sowie Einkehrmöglichkeiten. Dabei lüftet das Buch den Schleier der Vergangenheit: Immer wieder geht es um neu entdeckte oder versunkene Zeugnisse der Geschichte. So erzählt Beate Franck von Menschen, die sich in der Vergangenheit um Entwicklung und Kultur ihrer Heimat verdient machten und stellt andere Menschen vor, die heute dieses Erbe bewahren oder erneuern wollen. „Asch, das 2022 den 150. Jahrestag seiner Stadterhebung feiern kann, nimmt hier eine Vorreiterrolle in Tschechien ein“, meint die Autorin. Beate Franck hat sich bereits vor zehn Jahren in einem Buch auf Zeitreise ins Ascher Land begeben und außergewöhnliche historische Ereignisse ans Licht geholt. In ihrem neuen Werk schlägt sie nun den Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart.

Samstag, 7. Mai
Central-Kino

18:00 Uhr

„Alois Nebel“ – Animationsfilm von Tomáš Luňák, basierend auf dem Comicband “Alois Nebel” von Jaroslav Rudiš

Es ist das Ende des Sommers im Jahr 1989. Alois Nebel arbeitet als Fahrdienstleiter eines kleinen Bahnhofs im Sudetenland, einer kleinen verlassenen Gemeinde mitten in den Bergen. Er ist ein Eigenbrötler, der alte Fahrpläne den Menschen vorzieht und die Einsamkeit des Bahnhofs als ruhig und entspannend empfindet – außer wenn der Nebel kommt. Denn dann fängt er an zu halluzinieren, Geister zu sehen sowie Schatten aus der dunklen Vergangenheit dieser Gegend, in der nach dem Zweiten Weltkrieg brutale Rache an der deutschen Bevölkerung geübt wurde. Alois wird diese Alpträume nicht los und durch Zutun des Bahnangestellten Wachek, der Alois um seinen Job bringen will, landet er eines Tages in einem Sanatorium. Dort lernt er „den Stummen“ kennen: Ein mysteriöser Mann, der ein altes Foto bei sich trägt und der von der Polizei nach Überschreitung der Grenze festgenommen wurde. Nicht einmal die Elektro-Schocks bringen ihn zum Reden und die Polizei kann nicht herausfinden, warum er in das Sudetenland gekommen ist oder wonach er gesucht hat. Eines Tages ergreift er seine Chance und flüchtet in die Wälder. Alois geht es besser und er darf das Sanatorium verlassen. Aber die Welt hat sich verändert. Die Berliner Mauer und das kommunistische Regime in Tschechien sind gefallen. Alois weiß nicht, was er tun soll. Beim Prager Hauptbahnhof trifft er die Liebe seines Lebens: Květa, die Toilettendame.

D/CZ mit deutschen Untertiteln

Sonntag, 8. Mai
Theresienstein Musikpavillon

ab 11:00 Uhr

„Jazz Big Gang“ aus der Partnerstadt Cheb

Die Jazz Big Gang aus Hofs Partnerstadt Cheb ist eine ausgezeichnete zwanzigköpfige Jazz-Bigband, die aus jungen und begeisterten Jazzmusikern besteht. Unter der Leitung von Radim Vojir interpretieren sie sowohl modernen als auch traditionellen Jazz in beeindruckender Weise. Ihr Repertoire umfasst weiterhin Swing, Funk, Latin und Jazzrock. Die Formation gehört zu den langjährigen Gästen der Promenadenkonzerte am Theresienstein und wird von den Stammgästen regelmäßig mit Begeisterung aufgenommen. Wir freuen uns besonders, dass sie unsere Saison der Promenadenkonzerte in diesem Jahr eröffnen.

Die Jazz Big Gang ist ein Jazzorchester mit nahezu klassischer Bigband-Besetzung: 5 Saxofone, 1 Flöte, 4 Posaunen, 4 Trompeten, Schlagwerk, Gitarre, Bassgitarre, Piano und Gesang.

Verlängertes Programm bis ca. 14 Uhr.

Sonntag 8. Mai Museum Bayerisches Vogtland

14:00 Uhr

Zweisprachige Führung in der Abteilung „Flüchtlinge und Vertriebene in Hof“ mit Peter Heidler

Aus Grünlas (Kreis Elbogen) stammend, fand Peter Heidler ab 1946 eine neue Heimat in Hof, wo er nach Lehre und Studium als Berufsschullehrer wirkte und sich politisch und gesellschaftlich engagierte. Auf verschiedenen Ebenen der Seliger-Gemeinde hatte und hat er Funktionen inne. Seine Erinnerungen an das Lager Hof-Nord hat er 2020 in der Schriftenreihe des Museums Bayerisches Vogtland veröffentlicht. Das Buch zeichnet sich sowohl durch historische Kenntnis wie durch persönliche Erfahrungen aus. Die Museumsabteilung „Flüchtlinge und Vertriebene in Hof“ legt einen Schwerpunkt auf das Ankommen in der neuen Heimat, auf das Wirken in der Stadt und auf die Pflege der Erinnerung an die verlorene Heimat. Sie beleuchtet insbesondere das Schicksal der Sudetendeutschen, die die größte Gruppe bildeten. Freier Eintritt an diesem Tag im Museum Bayerisches Vogtland. Geöffnet von 13:00 bis 18:00 Uhr.

Sonntag 8. Mai
Reinhart-Cabinett

16:00 Uhr

Zweisprachige Führung durch das Reinhart-Cabinett und die aktuelle Ausstellung „Zeichenwege“ mit Arbeiten von Dominik Lommer

Johann Christian Reinhart wurde 1761 in Hof geboren und zählt zu den „Deutschrömern“, die in der Goethezeit in der italienischen Hauptstadt lebten und arbeiteten. Viele große deutsche Museen zeigen Arbeiten von ihm. Insbesondere die Neue Pinakothek in München widmet ihm einen ganzen Saal, in dem auch die großformatigen vier Aussichten aus der Villa Malta präsentiert werden. Die Hofer Sammlung verfügt neben zahlreichen Radierungen auch über Zeichnungen und einige spezielle Arbeiten, die für die Reinhart-Forschung von großem Interesse sind.

Freitag, 12. Mai
Stadtbücherei

19:30 Uhr

Alena Mornštajnová – Eine tschechische Bestsellerautorin und ihre Romane. Einführung von Sabine Dittrich

Nach dem erfolgreichen Roman „Hana“ über das Schicksal einer jüdischen Familie über drei Generationen im 20. Jahrhundert, erschien „Stille Jahre“ auf Deutsch. Ihr aktuelles Buch ist „Es geschah im November“:  Marie lässt sich von den Ereignissen in Prag und im Ostblock mitreißen und demonstriert für den Wandel. Sie wird verhaftet und zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie weiß, dass sie ihre Kinder nicht aufwachsen sehen wird, so bleiben Briefe ihre einzige Hoffnung. Ihre Tochter Magdalena kommt in ein Umerziehungsheim, in dem die Kinder linientreu geformt werden. Eines Tages treffen sie aufeinander, nur ist es für beide ganz und gar nicht so, wie sie es sich vorgestellt haben. Maries Schicksal steht stellvertretend für viele Geschichten, die irgendwann irgendwo auf dieser Welt passieren. Mornštajnovás Bücher wurden in 14 Sprachen übersetzt. Sabine Dittrich stellt die in Tschechien beliebte Autorin vor; eigens auch mit einem kurzen Film. Sabine Dittrich veröffentlicht seit 2013 Geschichten und Romane. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Themen, die in der deutsch-böhmischen Geschichte ihren Ursprung haben. Besonders beachtet wurde ihre Bearbeitung und Veröffentlichung der Autobiografie des Predigers, Pädagogen und Humanisten Přemysl Pitter. Sie pflegt den deutsch-tschechischen Austausch von Autorinnen und Autoren; unter anderem beim Festival Literarisches Franzensbad. Dittrich ist Mitglied des tschechischen P.E.N.-Clubs

Samstag, 21. Mai
St. Lorenzkirche

14:00 Uhr

Deutsch-Tschechische Kirchenführung

St. Lorenz, St. Michaelis, Hospitalkirche

Menschen durch Kirchenräume begleiten und von der Botschaft der Kirchenräume erzählen, die sich in der Geschichte und Ausstattung der Kirchen spiegelt – das tut Kirchenführerin Loni Reißer. Die Architektur von Kirchengebäuden ist häufig von reicher Symbolik geprägt, und aus der Art und Weise, wie in bestimmten Epochen die Kirchen gebaut wurden, kann man vieles über das religiöse Leben dieser Zeit erfahren. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von historischem Wissen. Besucher und Gäste sollen auch in eine Begegnung mit dem Kirchenraum geführt werden, und in seinen Kunstwerken und Ausstattungsstücken Glaubens- und Lebensthemen entdecken und verknüpfen. Begleitet wird Loni Reißer von einer qualifizierten Übersetzerin, die damit auch tschechischen Besuchern die Hofer Kirchen und ihre Symbolik zugänglich macht.

Sonntag, 29. Mai
Theresienstein Musikpavillon

11:00 Uhr

„Good Time Cheb“ aus der Partnerstadt Cheb

Die Band entstand 2007 mit dem Wunsch und Ziel, lebendige Musik zu machen, die den Musikern Spaß macht und die sie selbst lieben – nämlich Bluesrock. Am Anfang stand das Egerer Duo „Ája und Yndi“ – (Alena Nídlová – Ája: Gesang und Gitarre und Míra Endal – Yndi: Gitarre und Gesang), sie gehörten der Egerer Bluesrock-Band „Yardis’ Band“ an. Im Laufe der Zeit hat sich die Zahl der Bandmitglieder auf 5 Musiker stabilisiert und „Good Time Cheb“ wirkt in der Karlsbader Region mit Erfolg bis heute. Das Grundrepertoire bezieht sich stark auf Blues, aber zur Auswahl gibt es auch andere Musikformen,  z. B. Musikstücke von Bonnie Raitt, Alannah Myles, Eric Clapton, Debbie Davis, Tracy Chapmann, Barry Mc Cabe, aber auch aus dem Repertoir tschechischer Interpreten, beispielsweise Eva Olmerová, und viele weitere.

Miroslav Endal, Leitung, Sologitarre,

Marin Hlouň, Bassgitarre, Gesang,

Alena Nídlová, Begleitgitarre, Gesang, Percussion

Petr Troníček, Schlagzeug

Als Gast an der Mundharmonika: Jaromír Křistofovič

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