Ausstellung über die Welt des Wärschtlamos

150 Jahre Hofer Wärschtlamo

17.05.2021

Der Wärschtlamo ist Hofer Kulturgut. Jetzt erzählt das Museum Bayerisches Vogtland in einer spannenden Jubiläumsausstellung unter dem Titel „Mit oder ohne Sempft? 150 Jahre Hofer Wärschtlamo" die Geschichte der mobilen Wursthändler, ihrer Ausrüstung und Waren ebenso wie die Geschichten ihrer Kunden. Eröffnet wurde die Ausstellung am Internationalen Museumstag, der gestern stattfand.

Ein bedrucktes Kissen, Youtube-Musikvideos, handgeschnitzte Wärschtlamänner oder historisch wertvolle Dokumente: In der gestern (16. Mai 2021) eröffneten Jubiläumsausstellung „Mit oder ohne Sempft? 150 Jahre Hofer Wärschtlamo" präsentiert das Museum Bayerisches Vogtland die Welt der mobilen Wursthändler, ihrer Ausrüstung, Waren sowie ihrer Kunden. Mehr als 50 Exponate rund um das Kulturgut Hofer Wärschtlamo hat Museumsleiterin Dr. Magdalena Bayreuther zusammengetragen.

Die Besonderheit dieser Ausstellung erläutert Oberbürgermeisterin Eva Döhla: "Die Besucherinnen und Besucher werfen einen Blick in die Vergangenheit der Stadt, auf eine deutschlandweit einzigartige Tradition." Und die Museumsleiterin ergänzt: "Das Museum stellt diesmal nicht nur ein historisches, sondern ein lebendiges Thema vor, denn der Wärschtlamo ist nach wie vor in den Hofer Straßen zu finden."

Dass die Jubiläumsausstellung überraschende Einblicke gewährt, ist auch den Hoferinnen und Hofern zu verdanken. Rund zwei Drittel der Ausstellungsobjekte sind Leihgaben und Schenkungen von ihnen und auch von Hof-Exilanten aus München oder Garmisch. Im Vorfeld hatte Magdalena Bayreuther alle Hoferinnen und Hofer in den Sozialen Medien und in Printmedien dazu aufgerufen, Objekte und Erinnerungen beizusteuern. "Der Rücklauf war sehr gut, wir erhielten unterschiedlichste Objekte – alt und neu, selbstgemacht – und persönliche Geschichten", freut sich die Museumsleiterin.

So berichtet ein Hofer rückblickend auf das Jahr 1963:

„Hof, 1963. Wir treffen uns mit unserer Schulklasse am Kino ‚Weiße Wand‘ in der Lorenzstraße, um uns einen Film anzusehen. Mein Freund und ich stehen genau gegenüber dem Wärschtlamo am Lorenzpark. Wir schwärmen vom Duft der heißen Wiener, während mein Freund seinen Geldbeutel aufmacht und langsam das Zählen anfängt. 30, 40 Pfennig… Der Wärschtlamo schneidet schon beflissen ein Brötchen auf. 50 Pfennig… Jetzt werden die duftenden Wiener aus dem Kessel geholt. 60 Pfennig… (Ein Paar Wiener kosteten 65 Pfennig). Und als der Wärschtlamo gerade fragen möchte, ob mit oder ohne Musik (Senf), lacht mein Freund und sagt begeistert: ‚Fürs Kino reicht’s noch!‘“

"Eine Leihgabe ließ mein Historikerinnen-Herz höher schlagen: Es sind originale Fotos und Dokumente des Wärschtlamos Emil Ultsch aus den 1950er Jahren, darunter ein Gewerbeschein und eine Sondergenehmigung zum Lebensmittelerwerb von 1949, als Lebensmittel nachkriegsbedingt noch rationiert waren", sagt Magdalena Bayreuther. "Besonders originell sind die Aufwärm-Jerseys der Eishockeymannschaft „Hofer Eishärnla“, die der Kleidung eines Wärschtlamos nachempfunden sind – inklusive umgehängtem Kessel. Eines der Jerseys schaffte es sogar auf das olympische Eis des Eishockey-Stadions im südkoreanischen Pyeongchang."

Die Ausstellung ist vor Ort im Museum zu besichtigen, sofern es die jeweils gültigen Coronaregeln zulassen. Weitere Wärschtlamo-Geschichten in Form von Videos, Audiodateien, Texten und Fotografien sind außerdem digital auf www.museum-hof.de zu erleben. Je nach Pandemielage sind im Sommer und im Herbst Live-Führungen, Kinderaktionen oder ein 360-Grad-Panorama der Ausstellung möglich. Die Ausstellung läuft bis zum 12. Dezember 2021.


Wärschtlamo Hans Weigold am Schultor, 1928

Foto: Familie Weigold

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