Untreusee

Wasserwirtschaftliche und bautechnische Aspekte des Untreusees

Seit 1981 breitet der Untreusee seine einladende Wasserfläche im Ölsnitztal aus, sie ist je nach Wasserstand zwischen 55 und 64 Hektar groß. Gemäß dem Bayerischen Wassergesetz ist der Untreusee als ein Gewässer III. Ordnung eingestuft. Bau, Betrieb und Unterhaltung liegen in der Verantwortung der Stadt Hof.

Wasserwirtschaftliche Bedeutung

Dem Bau dieser Talsperre gingen lange Jahre der Beratung und Planung am Wasserwirtschaftsamt Hof voraus. Mit 4,6 Mio m³ Stauraum und einem Einzugsgebiet von 35,9 km² gehört der Untreusee nicht zu den großen Wasserspeichern in Bayern. Der Untreusee hat neben seiner Bedeutung für Freizeit und Naherholung auch eine besondere wasserwirtschaftliche Funktion. Eine Betriebsvorschrift regelt, dass ab Oktober der Wasserspiegel um 2 m abgesenkt wird. Die dabei frei werdenden 1,2 Millionen m³ Wasser fließen der Sächsischen Saale zur Niedrigwasseraufhöhung zu. Damit trägt der Untreusee zur Verbesserung der Gewässergüte der Saale bei. In der Winterzeit werden Hochwasserabflüsse zurückgehalten und verzögert abgegeben. Bei großen Hochwasserereignissen können weitere 1,2 Millionen m³ Wasser unter Ausnutzung des außergewöhnlichen Hochwasserschutzraumes bewirtschaftet werden.

Planung und Ausführung

Für die Planung, Ausschreibung und Bauleitung der Baumaßnahmen war das Wasserwirtschaftsamt Hof verantwortlich. Bereits 1968, mit der Errichtung eines Pegels an der Ölsnitz (Untreubach) in Moschendorf wurde quasi ein erster Schritt für das Projekt getan. Nach der Ermittlung hydrologischer, geologischer und geografischer Grundlagen begann das Wasserwirtschaftsamt Hof gemeinsam mit dem damaligen Talsperrenbüro beim Wasserwirtschaftsamt München – später am Landesamt für Wasserwirtschaft – mit den Planungen. Ein Vorentwurf wurde zum 17.4.1972 vorgelegt. In den Folgejahren wurden planungs- und genehmigungsrechtliche Grundlagen geschaffen, die 1975 mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen wurden. Zahlreiche Boden- und Gesteinsproben wurden vor und während der Bauzeit im Erdbaulabor der wenige Jahre zuvor errichteten Förmitztalsperre untersucht.

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- Längsschnitt durch das Schieberhaus am Staudamm, mit Zu- und Ablaufleitung -
Plan des Wasserwirtschaftsamtes München / Talsperrenbüro vom Mai 1976

Bautechnische Details

Das Dammbauwerk ist ein so genannter Zonendamm mit einer Innendichtung aus Lehm. An die Lehmdichtung schließen sich Filterschichten an, denen der Stützkörper aus steinigem Material folgt. Der Lehm konnte im Bereich der heutigen Bootsanlegestelle gewonnen werden. Bei der Steingewinnung wurden die Hangterrassen gegenüber der Insel geschaffen. Die ortsnah vorhandenen Baustoffe wirkten sich auf die Projektkosten positiv aus. Unter der Herdmauer wurde in Dammachse eine Untergrundabdichtung vorgenommen. Die Dammböschungen sind mit einer Neigung von 1:1,5 relativ steil ausgeführt. Die Bewirtschaftung der Talsperre erfolgt über ein Schieber- und Entnahmebauwerk sowie zwei Grundablassleitungen. Bei Hochwasser steht eine Entlastungsanlage mit fester Überlaufschwelle zur Verfügung, die in ein Tosbecken mündet. Nach dem Probestau wurden 1980 noch einige technische Anpassungen notwendig. Das Tosbecken wurde vergrößert und mit Störkörpern versehen, um die Energie des Wassers abzubauen. Eine ergänzende Abdichtung des Untergrundes war notwendig. Die Mess- und Kontrolleinrichtungen für die Dammsicherheit wurden ergänzt. 1987 wurde mit staatlicher Unterstützung die Anzahl der Messeinrichtungen noch einmal erweitert. Die Gesamtkosten des Bauvorhabens wurden mit 14,39 Millionen DM abgerechnet.

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 - Querschnitt durch das Einlaufbauwerk des Grundablasses mit Darstellung der zwei Grundablassleitungen DN 1000 durch den Damm - Plan des Wasserwirtschaftsamts München / Talsperrenbüro vom Mai 1976

Gewässergüte

Mit dem Bau des Untreusees wurde auch die Gewässergüte der Hauptzuflüsse verbessert. Die Abwasserbeseitigung in der Gemeinde Konradsreuth wurde neu geregelt. Mit einem Kanal zum Hauptsammler des Abwasserverbandes Saale wurden nun die Konradsreuther Industrieund Haushaltsabwässer der zentralen Kläranlage in Hof zugeführt. Mit finanzieller Unterstützung des Freistaates Bayern wurde auch ein Regenüberlaufbecken errichtet, das bei Starkregen ein Überlaufen in den Untreubach verzögert. Seit 1981 ist der Untreusee in das wasserwirtschaftliche Seenüberwachungsprogramm integriert. Auch die Gewässergüte der zufließenden Bäche wird regelmäßig untersucht. Der Seewasserkörper kann als mesotroph eingestuft werden. Die zufließenden Bäche und der ablaufende Untreubach haben die Gewässergüteklasse II, sind also nur mäßig belastet. Bei der Boje in Dammnähe werden viermal im Jahr hydrobiologische Untersuchungen an Proben aus unterschiedlichen Tiefen gemacht. Die Badegewässerqualität wird regelmäßig vom Gesundheitsamt überwacht. Die Ergebnisse sind auf den Internetseiten der Stadt Hof veröffentlicht.

Betriebssicherheit

Die Betriebssicherheit wird von der Stadt Hof gewährleistet. Im Zuge der Eigenüberwachung dokumentiert sie in einem jährlichen Bericht Sickerwassermengen und Wasserstände taggenau, ebenso besondere Vorkommnisse im Betriebsablauf. Weiterhin werden die Wasserstände der 14 Grundwasserpegel, die Druckverhältnisse im Damm und die geodätischen Höhenfestpunkte überwacht. Durch den Betriebsbeauftragten der Stadt Hof wird sichergestellt, dass eventuelle Fehlermeldungen schnell ausgewertet werden können. Er fertigt auch einen Jahresbericht, der dem Wasserwirtschaftsamt vorgelegt wird. Einmal im Jahr findet eine Kontrolle der baulichen und technischen Anlagen durch das Wasserwirtschaftsamt Hof statt.

Zahlen

Stauraum:
Gesamtinhalt 5,8 Mio. m³
Normalstauraum 4,6 Mio. m³
Hochwasserschutzraum 1,2 Mio. m³
Niedrigwasserreserve 1,1 Mio. m³

Stauhöhen:
Außergewöhnliches Stauziel 501,80 m üNN
Normalstau 500,00 m üNN
Absenkziel 498,00 m üNN
über Talsohle i. M. 15 m
max. über Talsohle 16,5 m

Maße:
Breite 700 m
Länge 2.000 m größte
Tiefe 15 m

Wasserfläche:
Höchststau 73 ha
Normalstau 59,3 ha
Absenkziel (Winter) 54 ha 

Damm:
Höhe über Gelände 18 m 
Kronenlänge 300 m
Kronenbreite 6 m
Kubatur 160.000 m³ 

-Quelle: Festschrift zur 25 Jahr Feier des Untreusees aus dem Jahr 2006


Der Untreusee hinsichtlich Naherholung und Freizeit

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