Didaktische Hinweise

Das Thema in der Schule

Die Reichskristallnacht 1938 ist so gut erforscht wie kaum ein anderes geschichtliches Thema. Sowohl zur „allgemeinen Geschichte“ als auch zur besonderen Lokalgeschichte der Stadt Hof stehen umfassende Materialien (Literatur und Primärquellen) zur Verfügung, so dass eine Behandlung des Themas in der Schule leicht möglich ist.
Der Lehrplan für die Hauptschule in Bayern (Textausgabe für die Jahrgangsstufe 8, Kronach 1998, Nr. 72.80) formuliert zur Reichskristallnacht folgende Lehrziele: „Die Schüler verstehen, dass das ideologische Programm der rassistischen ‚Sanierung des Volkskörpers‘ zur Entrechtung und Verfolgung der als fremdrassig definierten Menschen führte, vor allem der Juden ... Die Schüler lernen, dass die nationalsozialistische Außenpolitik auf die Entfesselung eines Hegemonialkrieges angelegt war, der mit der Eroberung großer Teile Osteuropas zugleich den Charakter eines rassenideologischen Vernichtungskrieges erhielt – der Krieg als notwendige Voraussetzung für die Durchführung des Völkermordes an den Juden.“
Am Beispiel des Themas lassen sich zwei didaktische Prinzipien des Geschichtsunterrichts miteinander verbinden: Die Vermittlung von Tatsachenwissen und die charakterliche Formung der Jugendlichen, die einen persönlichen Standpunkt zu den moralisch und emotional aufrüttelnden Ereignissen gewinnen können, beides gedacht als Vorbeugung gegenüber politisch-historischen Irrlehren. Zu diesem Ziel sind biografische und lokale Ansätze („exemplarisch-identifikatorische Einzelfälle“ (Brumlik)) besonders geeignet. Die Ereignisse vom November 1938 sind so weit vom Erfahrungshorizont der Gegenwart der meisten Schüler in Deutschland entfernt und dermaßen abstoßend, dass normalerweise emotionale Anteilnahme und Nachfragen durch den Stoff selbst provoziert werden, ohne dass darauf besonders hingearbeitet werden müsste. Letztlich geht es bei der Beschäftigung mit dem Thema darum, dass gesellschaftliche Verhältnisse, die den Nationalsozialismus ermöglichten, nicht mehr entstehen sollen.

Inhaltliche Bezüge, in die das Thema eingebettet werden kann:

  • Geschichte der jüdischen Religionsgemeinschaft,
  • Die Judenverfolgung im Kontext der nationalsozialistischen Politik ,
  • Minderheiten während der nationalsozialistischen Herrschaft und heute,
  • Die Stellung des Einzelnen in einem totalitären System (Pressezensur, Polizeistaat, Anpassung und Widerstand).

Außerhalb der in dieser Dokumentation genannten sind folgende Anknüpfungspunkte zur Reichskristallnacht in Hof vorhanden oder denkbar:

  • Sonderausstellung „Hof im Nationalsozialismus – Politik und Alltag 1933-1945“ im Museum Bayerisches Vogtland und im Bürgerzentrum 9.3.-11.7.2003 (Kontaktaufnahme über das Museum; nach der Beendigung der Sonderausstellung stehen Teile der Ausstellungstafeln für weitere Verwendungen, z.B. als Wanderausstellung, zur Verfügung),
  • Friedhof und heutige Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde Hof (Kontaktaufnahme über die Israelitische Kultusgemeinde erforderlich, da beide Einrichtungen normalerweise abgeschlossen sind),
  • Standorte des Kaufhauses Ury (heute: Kaufhof, in der Altstadt, heutiges Gebäude 1964/65 errichtet) und des Schuhhauses Bottina (heute: Schuhhaus Pfersdorf, am Oberen Torplatz),
  • Gedenktafel am Standort der ehemaligen Synagoge (Hallstraße 9),
  • Befragung von Zeitzeugen aus dem familiären Umfeld oder dem Bekanntenkreis,
  • Stadtrundgang zum Nationalsozialismus in Hof (Kontaktaufnahme über Tourist-Information, in der Ludwigstraße neben dem Rathaus).

Kontakt

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Unteres Tor 9
95028 Hof

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