Schaustelle weist erhebliche Mängel auf

Oberbürgermeisterin Eva Döhla zog die Reißleine: Die Premiere von „The Cold Heart“ fand in Selb statt

28.09.2020

Bis zuletzt haben sich die Stadt Hof und das Theater Hof mit allen Kräften dafür eingesetzt, damit am Samstag, 26.09.2020, das Stück „The Cold Heart“ in der Schaustelle seine Premiere feiern konnte. Bei der entscheidenden Begehung durch die Untere Bauaufsichtsbehörde der Stadt Hof wurden jedoch nicht hinnehmbare Mängel festgestellt. Auf den Premierenabend durften sich Künstler und Publikum dennoch freuen: Das Theater Hof ist in das Rosenthal-Theater in Selb ausgewichen.

„Wir überprüften, ob die ausgeführten Bauarbeiten den Auflagen und Anforderungen entsprechen, die in der Baugenehmigung festgeschrieben sind. Das tun sie nicht“, erklärte Dr. Stephan Gleim, Baureferent der Stadt Hof. Eva Döhla, Oberbürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende des Theaters Hof, sagte: „Deshalb haben wir Verantwortung für die Zuschauerinnen, Zuschauer und die Theatermitarbeiter übernommen und entsprechend den Vorschriften der Bayerischen Bauordnung die Inbetriebnahme der Interimsspielstätte untersagt. Bei Schutz und Sicherheit machen wir definitiv keine Abstriche, sie haben Vorrang vor dem Spielbetrieb.“

Wachsames Auge

Bauherr der Schaustelle ist nicht die Stadt Hof, sondern die Firma Spantech GmbH als Generalunternehmer, der zugleich auch die Baumaßnahmen ausführt. Bereits im Vorfeld der Begehung durch die Untere Bauaufsichtsbehörde zeichneten sich Mängel ab. „Auf die Bauarbeiten hatten wir immer ein wachsames Auge“, sagte Gleim. So hat die Stadt der ausführenden Firma Spantech GmbH gegenüber regelmäßig auf die ordentliche Erfüllung des Vertrags gepocht und mehrmals nachdrücklich eingefordert, dass Auflagen umgesetzt und Baubestimmungen eingehalten werden.   

 „Viele Mitarbeiter haben sich mit allen Kräften engagiert mit dem Ziel, dass die Premiere von „The Cold Heart“ in der Schaustelle stattfinden kann“, berichtet Eva Döhla. „Auf den letzten Metern vor der erhofften Fertigstellung ist eine für unser Theater dramatische und für die Künstler belastende Situation entstanden. Es ist bodenlos, was der Generalunternehmer geliefert hat.“ Der Theaterbetrieb dürfe nicht dem Unvermögen der ausführenden Baufirma zum Opfer fallen. Zuletzt wurden manche Arbeiten sogar an anderweitige Dienstleister vergeben.

Nachweise zum Brandschutz fehlen

Die Voraussetzung für die Aufnahme des Spielbetriebes: Der Bauherr wäre verpflichtet gewesen, 14 Tage vor Nutzungsaufnahme der Spielstätte, also zwei Wochen vor der Premiere, der Bauaufsichtsbehörde gegenüber schriftlich und unaufgefordert den Nutzungsbeginn anzuzeigen.

Speziell der Brandschutz wird bei einer Begehung üblicherweise stichprobenartig geprüft. „Der Brandschutz ist nicht in vollem Umfang gewährleistet“, erläuterte Baureferent Stephan Gleim. Für manche der eingebauten Verbindungstüren, Trennwände und Decken im Bereich des Übergangs vom Hauptgebäude zur Schaustelle ist der Brandschutz nicht nachgewiesen, ebenso die vollständige Funktion der Brandmeldeanlage. Die notwendige Abluftanlage war zum Zeitpunkt der Ortsbegehung nicht eingebaut.

„Obwohl einige Unterlagen bereits seit zwei Wochen hätten vorliegen müssen, haben wir heute trotzdem versucht, die Premiere in Hof zu ermöglichen“, fasste Stephan Gleim zusammen. „An Formalien wollten wir es jedenfalls nicht scheitern lassen.“

Theatertickets behalten ihre Gültigkeit

Aufgrund des Improvisationstalentes und der Flexibilität des Theaters und der Nachbarschaftshilfe der Stadt Selb war es kurzfristig gelungen, die Premiere von „The Cold Heart“ in das Rosenthal-Theater Selb zu verlegen. Gekaufte Theatertickets behielten ihre Gültigkeit, konnten aber gegen Rückerstattung des Eintrittspreises auch zurückgegeben werden. Der Beginn der Vorstellung wurde auf 20.00 Uhr verschoben. Für die Gäste, die „The Cold Heart“ in Selb besuchen wollten, hat das Theater Hof einen kostenlosen Bustransfer unter Einhaltung der geltenden Hygienemaßnahmen angeboten. Abfahrt war um 19.00 Uhr an der Bushaltestelle an der Kulmbacher Straße direkt vor dem Theater. Ab 18.30 Uhr war das Foyer des Theaters geöffnet. Hier konnten sich die Zuschauer vor der Abfahrt der Busse sammeln. Im Bus galt Maskenpflicht. Direkt im Anschluss an die Vorstellung, gegen 21.15 Uhr, brachten die Busse die Gäste zurück nach Hof. Daneben war es selbstverständlich auch möglich, mit dem eigenen Auto zur Vorstellung nach Selb zu fahren. Parkplätze standen in Selb am Rosenthal-Theater kostenlos zur Verfügung. Die Premierenfeier fand wie geplant im Foyer des Theaters Hof statt.

Bekenntnis zur Schaustelle

Eva Döhla war erleichtert: „Das Symbol für Theater ist eine lachende und eine weinende Maske. Wir freuen uns, dass die Premiere wie geplant heute stattfinden kann.“ Mit den Tränen werde man fertig, auch wenn auf der Schaustelle weiterhin mit baulichen Unwägbarkeiten zu rechnen sei. Döhla bekräftigte ihr Bekenntnis zur Schaustelle: „Wir setzen alles daran, dass die Theaterleute auch weiterhin proben und die nachfolgenden Premieren vorbereiten können.“

Foto: Theater Hof

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