Im kleinen Rahmen:

Verabschiedung aus dem Rathaus

In wenigen Tagen endet nicht nur die Amtszeit von Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner, auch einige Mitglieder des Stadtrates werden mit Beginn der neuen Amtsperiode aus dem Gremium ausscheiden, mehrere Führungskräfte die Verwaltung in den Ruhestand verlassen. Aufgrund der derzeitigen Umstände wurde auf eine große, feierliche Verabschiedung verzichtet. Stattdessen traf man sich in kleinem Rahmen unter Beachtung der derzeit geltenden Abstandsregeln im Festsaal der Freiheitshalle. Die Festansprache hielt Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz.

Insgesamt vierzehn Damen und Herren, die sich über die letzten Jahre – manche gar Jahrzehnte – für ihre Heimatstadt im Stadtrat eingesetzt haben, werden dem Gremium ab Mai nicht mehr angehören. Hans-Jürgen Dietel (Stadtrat seit 2014), Joachim Dumann (1990), Heike Fuchs (2014), Michael Hübschmann (2008), Rainer Kellner (1972), Michael Krassa (1996), Bernd Scherdel (1990), Christine Schoerner (2014), Heidemarie Schwärzel (1996), Matthias Singer (2014), Dieter Wietzel (2012), Andrea Wittig (2016), Bettina Zschätzsch (2002) und Esther Zwurtschek (2016) geben ihre Sitze ab. In der 14. Stadtratsperiode nach Kriegsende absolvierten sie 356 Stadtratssitzungen, bei denen mehr als 5200 Entscheidungen getroffen werden mussten. „Sie alle haben in den vergangenen Jahren viele Stunden für dieses Ehrenamt zugebracht und hatten an vielen Entscheidungen zum Wohle der Hofer Bürgerinnen und Bürger Anteil“, resümierte Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner. „Ich denke, man vergisst allzu leicht, dass der Aufwand, der hinter diesem Engagement steckt, auch ein großes Opfer an Freizeit und Einschränkung im persönlichen und im privaten Bereich bedeutet.“ Im Namen der Stadt Hof überreichte er den ausscheidenden Mitgliedern jeweils eine Ehrenurkunde sowie eine goldene Nadel.


Foto: Andreas Rau

Auch Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner gibt den Chefsessel im Rathaus ab. Die Abschiedsworte sprach sein Stellvertreter und langjähriger Wegbegleiter, Bürgermeister Eberhard Siller. „In wenigen Tagen geht nach 14 Jahren Deine Zeit im Amt des Hofer Oberbürgermeisters zu Ende. Es war – wie ich meine – eine Zeit großer Veränderungen und Aufgaben, aber auch insgesamt eine außergewöhnlich erfolgreiche und prägende Zeit für unsere geliebte Heimatstadt. Du hast sie ganz maßgeblich mitgeprägt.“ Seit 1992 war er zunächst Mitglied des Hofer Stadtrates, bevor er im März 2006 zum 7. Oberbürgermeister der Stadt Hof nach Ende des Zweiten Weltkrieges gewählt wurde. Die Amtsübernahme fand in schwierigen Zeiten des Strukturwandels, der hohen Verschuldung und Arbeitslosigkeit statt. Unter seiner Führung konnten letztlich etwa 40 Millionen an Altschulden abgebaut und die Arbeitslosenzahlen deutlich verbessert werden. Auch der gute Draht nach München war entscheidend, die Stadt Hof auf die Zukunft auszurichten, finanziell wieder der Selbstbestimmung zuzuführen und vom grauen Grenzlandimage zu lösen. Nur einige der Projekte, die in die Fichtnersche Amtszeit fallen: Generalsanierung der Freiheitshalle, Sicherung der Hofer Kultureinrichtungen, Sanierung der Fabrikzeile und weiterer Straßen, Ansiedlung des Landesamtes für Umwelt, Erweiterung des Automobilzulieferparks, Etablierung Hofs als Drehscheibe der Logistik mit dem Güterverkehrszentrum, Mitgestaltung der Entwicklung der Hochschulen und des Gründerzentrums, der neue Eisteich, Schulsanierungen, Ernennung des Schlappentages zum „Immateriellen Kulturerbe“, Bau des technischen Rathauses. Die mit größten Herausforderungen seien die Flüchtlingskrise und zuletzt die Corona-Pandemie gewesen. „Lieber Harald, nach 28 Jahren politischen Engagements als Stadtrat, Fraktionsvorsitzender und Oberbürgermeister wird sich Dein Leben verändern. Du wirst zunächst viel mehr Zeit für Deine Familie und Deine Hobbys haben und das ist gut so! Beim Radeln oder Laufen durch unsere schöne Heimatstadt wirst Du jeden Tag die Erfolge Deiner Arbeit vor Augen haben. Ich bin mir aber auch sicher, dass Du in Deiner Funktion als Bezirksrat weiterhin viel Gutes für unsere Bevölkerung erreichen und segensreich für unsere Region wirken wirst.“

Bürgermeister Eberhard Siller selbst scheidet ebenfalls aus. „Mit dem 30. April kommt es zu einer Zäsur im Sozialbereich der Stadt Hof. Mit dem Ende der Amtszeit von Dir, lieber Eberhard, endet eine fast 25 Jahre lange Ära Deiner Zuständigkeit und Deines Wirkens in der städtischen Sozialpolitik“, so Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner.  1978 wurde Siller erstmals in den Stadtrat gewählt, 1996 schließlich zum zweiten Bürgermeister. Sein Ziel im Amt sei es immer gewesen, Hof zu einer freundlichen und lebenswerten Stadt für alle Generationen zu machen und dabei immer bürgernaher Ansprechpartner zu sein. Umfangreiche Schulsanierungen, die Einführung neuer Schulformen, die Schaffung der Koordinierungsstelle für Flüchtlinge, ein Integrationskonzept, Förderung von Maßnahmen für die Kinder- und Jugendarbeit, Kinderspielplätze und der Ausbau von Betreuungsmöglichkeiten waren nur einige seiner Schwerpunkte. Daneben war er 20 Jahre auf Bezirkstagsebene aktiv, seit 2003 als Bezirkstagsvizepräsident. „Lieber Eberhard, du bist allen Änderungen bzw. Neuerungen mit politischem Gespür entgegengetreten und hast mit Geschick und Effizienz stets eine Lösung gefunden. Dein langjähriges, überaus hervorragendes Engagement ist eine Lebensleistung der Kommunalpolitik, du hast dich im Hofer Stadtrat, als Bürgermeister und in zahlreichen Institutionen, Verbänden und Vereinen um das Wohl der Stadt Hof verdient gemacht und dafür möchte ich dir nochmals meinen Dank und meine Hochachtung aussprechen.“


Foto: Andreas Rau

In der Verwaltung werden ebenfalls zwei Schlüsselpersonen in den Ruhestand treten: Verwaltungsdirektor Leo Reichel und Stadtdirektor Franz Pischel. Reichel war mehr als 45 Jahre bei der Stadt Hof tätig. „Mit Ihnen scheidet – man sieht es Ihnen überhaupt nicht an – der derzeit dienstälteste leitende Beamte der Stadt Hof aus dem aktiven Dienst aus. Als gebürtiger Hofer sind Sie seit jeher Ihrer Heimatstadt fest verbunden“, so Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner. Angefangen im Verkehrsaufsichtsamt, später im Sozialamt, im Hauptamt und Leiter des Sachgebietes Bürgerdienste übernahm Reichel 2007 schließlich die Leitung des Fachbereichs Zentrale Steuerung, Personal und Organisation.  Auch in überregionalen Gremien wie als Geschäftsführer des Regionalen Planungsverbandes Oberfranken-Ost, Gründungs-Geschäftsleiter der Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Nürnberg oder Mitglied in Arbeitskreisen des Bayerischen Städtetages war Reichel aktiv. „Und so kommt es Ihrem Naturell entgegen, dass Sie auch nach Ihrer Pensionierung noch für Ihre Heimatstadt tätig sein werden: Mit Wirkung zum 1. Juni 2020 bestellte Sie der Stadtrat zum ehrenamtlichen Stadtheimatpfleger. In dieser Funktion werden Sie sich freundlicherweise um zahlreiche örtliche Belange des Denkmalschutzes, des Brauchtums, der Regionalgeschichte und einige andere Betätigungsfelder kümmern.“

Stadtdirektor Franz Pischel begann 1991 seine Laufbahn bei der Stadt Hof, als ein neuer Rechtsreferent gesucht wurde. Verantwortlich war er damit zunächst für die Bereiche Rechtsamt, öffentliche Ordnung und Umweltschutz, Verkehrsaufsicht, Einwohneramt, Standesamt und Versicherungsamt bis 1999 der neu geschaffene Großbereich Recht, Planen, Bauen und Umwelt unter seiner Verantwortung geführt wurde. „Die Leitung dieses – lassen Sie mich sagen – Mammut-Unternehmensbereichs wurde Ihnen übertragen, zunächst auf die Dauer von sechs Jahren als gewähltes berufsmäßiges Stadtratsmitglied, anschließend bis zum heutigen Zeitpunkt in der Funktion als Stadtdirektor“, resümierte Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner. „Ich weiß, und dafür möchte ich mich heute auch bei Ihnen bedanken, dass Sie in schwierigen und oft strittigen Angelegenheiten mit viel Geschick so manche Kastanie aus dem Feuer geholt haben und letztlich dann immer einen Konsens – einen Ausgleich – herbeiführen konnten.“ Das Schöne sei, dass das Ergebnis seiner nahezu 30jährigen Führungsarbeit in vielen Projekten weiterhin sichtbar bleibe.

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