Betriebssicherheit der "Schaustelle" nicht bestätigt

Premiere von "Mutter Courage" findet nicht statt

08.10.2020, 16:00 Uhr

Der Unteren Bauaufsichtsbehörde der Stadt Hof konnte die Betriebssicherheit für die Interimsspielstätte nicht bestätigt werden. Aus diesem Grund findet die für Samstag, 10.10.2020 geplante Premiere von Bertolt Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder" nicht statt.

Der entscheidende gravierende Mangel, weshalb die Schaustelle am kommenden Samstag nicht in Betrieb gehen kann, ist die kombinierte Heiz- und Lüftungsanlage. Für das Bauordnungsamt der Stadt Hof ist es Grundbedingung, dass die Anlage betriebssicher funktioniert. Sowohl vom Abluftsystem als auch von der Heizung darf keinerlei Gefahr für die Besucher ausgehen. Durch die verbaute Anlage wird nicht verhindert, dass die ausgestoßenen Verbrennungsgase der Heizgebläseeinrichtungen wieder angesaugt und in den Innenraum des Theaters eingeblasen werden. "Damit werden Sicherheit und Gesundheit der Besucherinnen und Besucher möglicherweise gefährdet", sagt Oberbürgermeisterin Eva Döhla. "Das können wir nicht dulden. Hier gibt es keinerlei Ermessensspielraum."

Für den Einbau von Lüftungsanlagen gibt es klare Richtlinien. "So, wie Spantech die Anlage eingebaut hat, ist ein sicherer Betrieb nicht gewährleistet", erläutert Dr. Stephan Gleim, Baureferent der Stadt Hof. "Auch Behelfslösungen wären bei diesem Provisorium nicht mehr möglich gewesen, um den Premierentermin zu retten." Zudem wurden teilweise andere Bauteile verbaut, als vom Fachplanungsbüro vorgegeben wurde.

Dies steht im Widerspruch zur bauordnungsrechtlichen Generalklausel des Art. 3 der Bayerischen Bauordnung. Diese schreibt gesetzlich vor, dass bei der Errichtung von baulichen Anlagen die anerkannten Regeln der Baukunst im Sinne von anerkannten Regeln der Technik derart zu berücksichtigen sind, dass insbesondere Leben und Gesundheit nicht gefährdet werden.

Ein Nachweis über die Wirksamkeit der Heiz- und Lüftungsanlage, den Spantech hätte erbringen müssen, sowie eine schriftliche Bestätigung zur Betriebssicherheit der Anlage, liegen nicht vor.

Leere Versprechungen

Oberbürgermeisterin Eva Döhla unterstreicht, dass das Bauordnungsamt der Firma Spantech über einen langen Zeitraum hinweg grundsätzlich beratend zur Seite stand und die Ausführung der Arbeiten regelmäßig kontrollierte. So folgten auf eine Fristsetzung der Stadt Hof weitere Nachfristen. "Bis zum Schluss hat die Firma Spantech immer wieder Versprechungen gemacht, die sie letztendlich nicht eingehalten hat."

Die Stadt Hof hatte dem Generalunternehmer Spantech, der sich seit längerem im Leistungsverzug befindet, eine Frist gesetzt. Demnach waren bis 05.10.2020 die Bauleistungen ordnungsgemäß zu erbringen, die Spantech noch schuldete. Ebenfalls bis zum 05.10.2020 mussten auch die schriftlichen Nachweise erbracht sein, dass die Betriebssicherheit gewährleistet ist. "Inzwischen hat Spantech hinsichtlich des Brandschutzes nach mehrfacher Aufforderung nachgebessert und Brandschutztüren zum Beispiel zwischen dem Eingangsfoyer des Hauptgebäudes und dem Zuschauergang zur Schaustelle in sogenannter T-30-Qualität ausgeführt", erläutert Stephan Gleim. Zudem wurden bauordnungsrechtlich notwendige Unterlagen und schriftliche Nachweise über die Betriebssicherheit der Brandmeldeanlage nachgereicht. Die Brandmeldeanlage konnte zwischenzeitlich technisch abgenommen werden.

Prüfung von Ersatzvornahmen

Nun wird ein Zeitplan erstellt, um sogenannte Ersatzvornahmen auf den Weg zu bringen. Die Stadt Hof arbeitet derzeit an einer Lösung, damit die Heiz- und Lüftungsanlage sicher ist und ordnungsgemäß funktioniert, und wird andere Dienstleister beauftragen. "Wir rechnen in zirka eineinhalb Wochen mit neuen Erkenntnissen", sagt Gleim.

Wann ausgefallene Vorstellungen nachgeholt werden können, wird derzeit von der Theaterleitung geprüft. Eva Döhla appelliert an die Zuschauerinnen und Zuschauer: " In dieser unbefriedigenden Situation müssen wir zusammenhalten. Bleiben Sie bitte unserem Theater treu."

Sicherheit und Gesundheit der Besucher ist gefährdet

08.10.2020, 11:20 Uhr

Die Theaterpremiere von Bertolt Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder" findet am kommenden Samstag, 10.10.2020, nicht statt. Grund dafür ist, dass der Unteren Bauaufsichtsbehörde der Stadt Hof die Betriebssicherheit für die Interimsspielstätte durch den Generalunternehmer nicht bestätigt werden konnte.

Zu diesem Ergebnis führten sicherheitsrelevante Mängel bei der eingebauten Heiz- und Lüftungsanlage. In einem solchen Fall verbietet die Bayerische Bauordnung die Nutzung als Spielbetrieb mit einem öffentlichen Besucherverkehr.

"Es ist ein weiterer Rückschlag in einem insgesamt nicht zufriedenstellenden Verlauf. Ich fühle mit den Künstlern und Mitarbeitern des Theaters Hof. Sie haben mit viel Leidenschaft und Vorfreude geprobt, um den Zuschauern den lange ersehnten Theaterabend zu ermöglichen", sagt Oberbürgermeisterin Eva Döhla.

Doch nun sei, nachdem der Generalunternehmer seinen Pflichten nicht in vollem Umfang nachgekommen ist, konsequentes Handeln gefragt gewesen. "Die Firma Spantech hat entgegen den allgemein anerkannten Regeln der Technik gearbeitet und setzte damit die Sicherheit und Gesundheit der Besucher aufs Spiel. Das konnten wir nicht dulden."


Foto: Stadt Hof

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