Sächsisch-Bayerisches Städtenetz:

Lückenschluss bei der Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale wieder in Gefahr!

Ist der seit Jahren geforderte Lückenschluss bei der Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale wieder in Gefahr? Die Oberbürgermeister des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes zeigten sich bei ihrer jüngsten Sitzung in Plauen alarmiert von einem Szenario, das mit der jüngst beschlossenen Aufwertung von Bahnstrecken südlich der Franken-Sachsen-Magistrale Wirklichkeit werden könnte.

Die Elektrifizierung der in der Oberpfalz als „Metropolenbahn“ bezeichneten Bahnstrecke Nürnberg – Schwandorf – Furth i.W. wurde auf politischen Druck hin nachträglich in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufgenommen und genießt damit die gleiche Dringlichkeit wie der Lückenschluss der Franken-Sachsen-Magistrale. Zusätzlich wird vom Bund auch die Elektrifizierung der Bahnstrecke Nürnberg – Weiden neu angestrebt. Mit dem Ausbau beider Strecken könnten die Personen- und Güterverkehre zwischen Nürnberg und Tschechien von der Franken-Sachsen-Magistrale weg verlagert werden.

Der weitere Ausbau und der Lückenschluss der Elektrifizierung Nürnberg – Marktredwitz wäre dann für die internationalen Zugverbindungen entbehrlich. Offenbar sehen interne Planungen tatsächlich eine Führung der Personenverkehre von Nürnberg nach Prag nicht mehr über Marktredwitz, sondern über Schwandorf vor. Hinzu kommt, dass nach den offiziellen Planungen des Bundes und der Bahn künftig der IC von Dresden nach Regensburg verlaufen soll, anstatt wie früher zum ICE-Knoten Nürnberg.

Mit der im Stillen vorgenommenen Änderung der Linienführung nach Prag (über Furth i. W.) würde die zwischenstaatliche Vereinbarung aus dem Jahr 1995 verletzt, wonach die Schienenverkehre zwischen Süddeutschland und der Tschechischen Republik über Schirnding und Eger geführt werden sollen, weil dies die am besten geeignetste Relation darstellt. Das gilt auch für die Planungen der EU für das transeuropäische Schienennetz, welches die Strecke Nürnberg – Eger – Prag sowohl für die internationalen Personen- als auch Güterverkehre vorsieht.

„Wir sind uns darin einig, dass der Druck nicht nachlassen darf, die Franken-Sachsen-Magistrale schnellstmöglich fertig zu stellen. Die Städte kämpfen bereits seit der Grenzöffnung 1989 für die Modernisierung der jahrzehntelang vernachlässigten Schienenstrecke“ so die Bayreuther Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe. „Unsere Bürger werden Umwege von Südwestsachsen nach Nürnberg über Weiden oder Schwandorf nicht akzeptieren. Das bedeutet für sie um eine halbe Stunde längere Fahrzeiten und auch höhere Fahrpreise. Außerdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie auch dort umsteigen müssen“ mahnt ihr sächsischer Amtskollege Ralf Oberdorfer aus Plauen. Er betont, „dass wir schnellstmöglich eine direkte Anbindung an den ICE-Knoten Nürnberg brauchen, damit die Zeit des Umsteigens in Hof ein Ende hat“.

Für die Oberbürgermeister ist wichtig, dass die bei Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur erforderlichen langfristigen Planungen und Prozesse nicht kurz vor Fertigstellung über den Haufen geworfen werden, weil alternative Vorstellungen aufgedrängt wurden: „Hier erwarten wir einen fachlichen wie politischen Vertrauensschutz, egal wer gerade das Sagen hat“.

Vor dem Hintergrund dieses Szenarios formulierten die Stadtoberhäupter daher bei ihrer jüngsten Sitzung fünf Forderungen, die sie an die Bundesregierung, an die Regierungen der Freistaaten Bayerns und Sachsens sowie an die Tschechische Republik richten:

1. Der Fernverkehr von Nürnberg nach Dresden und Prag muss, wie 1995 zwischenstaatlich festgelegt, auf der Franken-Sachsen-Magistrale geführt werden.

2. Die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale Nürnberg – Dresden und Prag muss, wie im Bundesverkehrswegeplan seit 2003 verankert, endlich erfolgen.

3. Beschleunigung und Priorisierung der Planungen und Genehmigungen für die Elektrifizierung Nürnberg – Marktredwitz – Eger und sofortiger Baubeginn.

4. Einsatz der weltweit modernsten Technologien zur Aufweitung von Tunneln, wie sie in der Schweiz höchst erfolgreich zum Einsatz kommen.

5.    Ausschreibung des Brücken-Tunnel-Abschnitts Vorra – Neuhaus a.d.P. in ausreichend großen Losen, damit die ausführenden Firmen einen optimalen Bauablauf gewährleisten können.

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