586. Hofer Schlappentag

am 28. Mai

Immer am Montag nach Pfingsten feiert man in Hof eine der ältesten deutschen Handwerks- und Schützentraditionen überhaupt. Der „Hofer Schlappentag“, der zum 586. Mal stattfindet, lockt Jung und Alt auf den Festplatz am Schießgraben.

Nach Hussitenüberfall: Hofer greifen zu den Waffen!
Die Geschichte: 1430 überfielen die Hussiten die Stadt und ließen sie in völliger Verwüstung zurück. Der Markgraf von Brandenburg gewährte den Hofern für die Zeit des Wiederaufbaus Steuerfreiheit, machte aber zur Bedingung, dass die Hofer zur Verteidigung regelmäßig Schießübungen durchführten. Seit 1432 machte sich die neue, meist aus Handwerkern bestehende Schützengilde ans Üben mit ihren Gewehren. Die Männer taten das allerdings meist erst am letztmöglichen Tag, dem „Montag nach Trinitatis“. Dann eilten sie schnell noch in ihren Arbeitsschlappen zum Schießplatz. Hieraus entwickelte sich der von den Privilegierten Scheibenschützen organisierte Festzug.

Schlappenbier begründet Festtradition
Die Hofer Schützen jedoch kamen schnell auf eine gesellige Idee und nutzen ein Privileg, das nur ihnen zustand: das Braurecht. So wurde schon bald pünktlich zu den Schießübungen das Schlappenbier eingebraut, dessen Rezeptur und Name bis heute geschützt sind.


Foto: Andreas Rau

Hussitenführung bereits am Samstag
Das Festwochenende beginnt am Samstag mit der Hussiten-Führung um 14 Uhr (Treffpunkt: Michaeliskirche). Die Führung in historischen Gewändern stellt lebendig den Überfall auf Hof und die Entstehung des Schlappentages nach und wird durch die Gästeführer der Stadt organisiert.


Foto: Stephan Weiss

Schlappenschießen und 4. Hofer Bürgerschießen
Das traditionelle Schlappenschießen, bei dem heutzutage die Honoratioren der Stadt um den Titel des Schlappenkönigs kämpfen, findet am Vortag des Festes, also am 27. Mai, im Schießgraben statt. Der Sieger darf ein Jahr lang frei in der Stadt Hof parken.


Foto: Stephan Weiss

Ab 14 Uhr kann dann beim 4. Bürgerschlappenschießen aber auch jeder andere Hofer (und Hoferin!) seine Treffsicherheit unter Beweis stellen. Angetreten wird in unterschiedlichen Kategorien – je nach Alter. Der Sieger des Erwachsenenschießens darf 2019 dann am Honoratiorenschießen teilnehmen und hat so selbst die Chance, Schlappenkönig oder -königin zu werden. Zudem warten attraktive Sach- und Geldpreise der Brauerei Scherdel auf die erfolgreichsten Bürgerschützen. Die Platzierten erhalten eine schriftliche Benachrichtigung im Nachgang. Doch auch für alle, die nur den Schützen zusehen möchten, ist der Sonntag am Festplatz Schießhäuschen attraktiv: Von 14 bis 19 Uhr unterhält im Festzelt die „Original Egertaler Blaskapelle“ mit Livemusik und einem stimmungsvollen Programm. Es kann also schon am Vortag des Schlappentages etwas gefeiert werden – allerdings noch nicht mit Schlappenbier. Das gibt es ganz traditionell erst am Fest-Montag. Dieser beginnt mit dem Wecken der Honoratioren ab 5.30 Uhr durch die Posaunen der Handwerker. Um 10 Uhr startet dann am Rathaus der große Schützen- und Handwerkerumzug, bevor die Böllerschüsse knallen und es im Festzelt heißt: „Etzerd leffds“. Im Festzelt spielen ab 10 Uhr die „Original Krebsbacker“ und ab 15.30 Uhr die „Stoapfälzer Spitzbuam“ aus der Oberpfalz. Hof kann sich freuen – auf seinen 586. Hofer Schlappentag!


Foto: Andreas Rau

Festprogramm zum 586. Schlappentag

26. Mai (Samstag):
14.00 Uhr: Hussitenführung - Szenische Stadtführung, Überfall auf Hof und Entstehung des Schlappentags; Treffpunkt: St. Michaelis

27. Mai (Sonntag):
10.00 Uhr: Traditionelles Schlappenschießen der Honoratioren

14.00 – 17.00 Uhr: 4. Bürger-Schlappenschießen der privilegierten Scheiben-Schützen-Gesellschaft von 1432 Hof mit Festbetrieb, kleinem Kinderprogramm und Musik. Livemusik von 14 Uhr – 19 Uhr

28. Mai (Montag):
9:00 Uhr: Empfang der Schützen und Handwerker am Hofer Rathaus, Ausrufung des Schlappenkönigs; danach Festzug zum Festgelände. Livemusik von 10 bis 21.30 Uhr


Foto: Andreas Rau

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