Berufsbild
Gartenbaubetriebe haben sich auf bestimmte Pflanzensortimente, Kulturabschnitte oder Dienstleistungsangebote in teilweise sehr unterschiedlichen Fachrichtungen spezialisiert. Trotzdem haben Gärtner/innen in allen Fachrichtungen die gleichen Grundaufgaben: Sie bearbeiten und pflegen Böden und beurteilen, verwenden und lagern Erde und Substrate. Trotz zunehmender Technisierung gibt es im Beruf des Gärtners/der Gärtnerin viele Arbeiten an und mit der Pflanze, die nach wie vor von Hand zu erledigen sind. Gärtner/innen arbeiten hierbei häufig im Stehen oder Bücken.
Im Bereich des Garten- und Landschaftsbaus legen Gärtner/innen z. B. Hausgärten, öffentliche Grünanlagen, Dach- und Fassadenbegrünungen sowie Spiel- und Sportplätze an und pflegen sie. Nach den Vermessungsarbeiten nehmen sie mit leistungsstarken Maschinen die notwendigen Erd- und Entwässerungsarbeiten vor. Sie säen Rasenflächen ein, pflanzen Bäume und Sträucher und befestigen und pflastern Wege. Dies geschieht im Freien an wechselnden Arbeitsorten.
Neben dem Garten- und Landschaftsbau gibt es noch die weiteren Fachrichtungen:
- Zierpflanzenbau
- Gemüsebau
- Baumschulen
- Obstbau
- Staudengärtnerei
- Friedhofsgärtnerei
Die Berufsbezeichnung ist für alle Fachrichtungen Gärtner/Gärtnerin. Die Ausbildung erfolgt nach einer gemeinsamen Grundausbildung in einer der sieben Fachrichtungen entsprechend dem beruflich gewählten Schwerpunkt. Aufgrund der breitangelegten Berufsausbildung kann der / die Auszubildende jedoch nach der Abschlussprüfung in jeder anderen Fachsparte des Gartenbaus tätig werden.
Bei der Stadt Hof wird ausser im Bereich des Garten- und Landschaftsbaus nur noch im Bereich des Zierpflanzenbaus ausgebildet.
Weitere Informationen können Sie beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), erhalten.Tätigkeit
Gärtner/innen erzeugen, pflegen und verkaufen Pflanzen oder pflanzliche
Produkte und gestalten mit ihnen zum Beispiel Außenanlagen. Rund um ihren
jeweiligen Arbeitsschwerpunkt üben sie Beratungstätigkeiten aus.
Der
Arbeitsschwerpunkt in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau liegt
bei der Erstellung und Pflege von Aussenanlagen.
Arbeitszeit
Die Arbeitszeiten im städtischen Baubetriebshof sind im Sommer täglich von 6:00 Uhr - 16:00 Uhr und im Winter von 6:30 bis 16:00 Uhr. Zum Teil fallen auch unregelmäßige Arbeitszeiten bzw. Überstunden an, insbesondere bei termingebundenen Aufträgen. Die Arbeiten sind witterungsabhängig (Frost) und an die jahreszeitlichen Vegetationsperioden angepasst. Deswegen kommt es zu saisonalen Arbeitszeitschwankungen.
Arbeitsumfeld und Arbeitsteam
Gärtner/innen sind bei der Arbeit im Freien den entsprechenden Witterungsverhältnissen ausgesetzt. Sie arbeiten mit Maschinen und Geräten, aber auch manuell. Sie sind häufig im Stehen, auch im Knien oder Bücken tätig. Zum Schutz vor Verschmutzungen, Verletzungen oder anderweitigen Beeinträchtigungen, z. B. durch Pflanzenschutzmittel, tragen sie die für die jeweilige Tätigkeit geeignete Schutzkleidung. Sie arbeiten allein oder im Team. Bei Beratung und Verkauf haben sie Kundenkontakt.
Arbeitsmaterial
Gärtner/innen kultivieren Pflanzen auf Erden, Torf oder Substraten. Sie pflegen sie mit Hilfsstoffen, z. B. Pflanzenschutzmitteln oder Dünger. Zur manuellen Arbeit verwenden sie Arbeitsgeräte wie Hacken, Scheren, Harken, Spaten oder Schaufeln, zur maschinellen Arbeit verwenden sie zum Beispiel Bagger für umfangreiche Erdarbeiten. Sie bedienen technische Anlagen wie Bewässerungsanlagen, und setzen z. B. Transport- oder Gießfahrzeuge ein. Sie tragen Schutzkleidung, je nach Erfordernissen z. B. Atemschutz oder Handschuhe.
Ausbildung und Einsatzort
Die Ausbildung zum/zur Gärtner/in dauert drei Jahre. Sie ist eine duale Ausbildung mit den Lernorten Betrieb und Berufsschule und ist dem Berufsfeld Agrarwirtschaft zugeordnet. Die Ausbildung kann bei der Stadt Hof in den Fachrichtungen Garten- und Landschaftsbau und Zierpflanzenbau erfolgen. Sie arbeiten ausschließlich im Freien in wechselnden Außenanlagen und vor allem auch an Verkehrsflächen.
Im 1. Ausbildungsjahr wird der/die Auszubildende in Bayreuth an einem oder zwei Wochentagen unterrichtet. Ab dem 2. Ausbildungsjahr findet 5-mal Blockunterricht mit je 2 - 3 Wochen, in Höchstädt an der Donau (mit Internatsunterbringung) statt.
Die zuständige Stelle für diesen Ausbildungsberuf ist die Regierung von Oberfranken, Sachgebiet Gartenbau, Galgenfuhr 21, 96050 Bamberg. Den Rahmenlehrplan für diesen Ausbildungsberuf finden Sie als Download-Text auf den Internet-Seiten der Kultusministerkonferenz.
Es werden folgende überbetriebliche Lehrgänge angeboten:
- Grundlehrgang Technik im Garten- und Landschaftsbau, in Triesdorf
- L1 Betonbau, in Freising
- L2 Natursteinmauerbau und Treppenbau in Freising
- L3 Natursteinpflaster und Belagsarbeiten, in Freising
- L4 Trockenmauerbau und Stauden, in Freising
- L5 Holzbau und Fassadenbegrünung, in Freising
- L6 Teichbau und Dachbegrünung, in Freising
- L7 Landschaftspflege und Ingenieurbiologie, in Freising
- L8 Baumpflege und Gehölzschnitt, in Freising
- L9 Anlage und Pflege von Staudenpflanzungen, in Freising
- L10 Baumschutz und Baumpflege, in Freising
- L11 Rasen- und Tennendecken, in Freising
- L12 Pflanze, in Freising
Der Grundlehrgang Technik im Garten- und Landschaftsbau und der Lehrgang L12 müssen besucht werden; zwei weitere Lehrgänge (nach Wahl) sind Pflicht. Zwei zusätzliche Lehrgänge können wahlweise besucht werden.
Anschriften:
- Berufsschule Münchberg, Schützenstraße 20, 95213 Münchberg
- Berufsschule Bayreuth, Kerschensteiner Straße 6, 95448 Bayreuth
- Staatliche Berufsschule Höchstädt an der Donau, Prinz Eugen Straße 13, 89420 Höchstädt
- Landwirtschaftliche Lehranstalten Triesdorf, 91746 Weidenbach
- Deutschen Lehranstalt für Agrartechnik DEULA Bayern GmbH, Wippenhauser Straße 65, 85354 Freising
Ausbilder:
Herr
Wirth, Landschaftsbau, Friedhof, Tel. 09281 815-1742
Voraussetzungen
Die aktuellen Ausbildungsstellen werden in der örtlichen Presse, bei der Agentur für Arbeit und auf den Internetseiten der Stadt Hof Ende Oktober, Anfang November für die im folgenden September beginnende Ausbildung veröffentlicht. Aus den Bewerbern und Bewerberinnen wird eine geeignete Auswahl zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch geladen. Es erfolgt keine schriftliche Auswahlprüfung.
Bewerbung
Bis zum Ende der in der Stellenausschreibung genannten Bewerbungsfrist können Sie Ihre schriftlichen Bewerbungsunterlagen an nebenstehende Adresse senden.
Karriere
Fortbildung, Weiterentwicklung:
Auch nach Abschluss der Ausbildung,
also während der Berufstätigkeit, ist es für Gärtner/innen wichtig, beruflich
auf dem Laufenden zu bleiben, etwa durch den Besuch von Lehrgängen, Kursen oder
Seminaren z. B. über Pflanzenschutz oder ökologischen Gartenbau.
Nach der Meisterprüfung ist der Aufbau eines eigenen Betriebes möglich.
Nach der Ausbildung und einigen Jahren Berufspraxis kommen unter anderem folgende Weiterbildungsmöglichkeiten in Frage:
- Gärtnermeister/in (Wirtschafter/in - Gartenbau)
- Gartenbautechniker/in
- Natur- und Landschaftspfleger/in
- Fachagrarwirt/in - Baumpflege und Baumsanierung
- Fachagrarwirt/in - Golfplatzpflege/Greenkeeper
- Kundenberater/in - Gartenbau
Mit der erforderlichen Hochschulzugangsberechtigung bieten sich unter anderem folgende Studiengänge an:
- Gartenbau
- Landespflege/Landschaftsarchitektur
- Biologie
- Botanik
- Ökologie



