Berufsbild
Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice arbeiten im technischen Umweltschutz. Hierfür sind fundierte naturwissenschaftliche Kenntnisse, u. a. in Chemie und Physik und daneben handwerkliches Können gefragt. Ein Anteil an Schmutzarbeit ist in diesem Beruf nicht zu vermeiden, auch wenn ein Teil aus Überwachungsaufgaben besteht.
Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice planen, steuern und kontrollieren technische Arbeitsabläufe, sie bedienen, überwachen, inspizieren und warten Maschinen, Geräte und Sonderfahrzeuge unter Anwendung sicherheitstechnischer Einrichtungen und Verwendung persönlicher Schutzausrüstungen. Die Reinigung industrieller und abwassertechnischer Anlagen unter Berücksichtigung arbeitsvorbereitender Maßnahmen, der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes sind ebenso Bestandteil Ihrer Aufgaben, wie die Mitwirkung bei der fachgerechten Entsorgung der Rückstände, die sich aus der Arbeit der Industriereinigung, Industriewartung, Rohr- und Kanalreinigung ergeben.
Diese Fachkräfte dokumentieren Arbeits- und Betriebsabläufe und werten sie aus, erkennen Betriebsstörungen an Arbeitsgeräten und beheben diese, sie arbeiten umwelt-, hygiene- und kostenbewusst und wenden fachbezogene Rechtsvorschriften und technische Regeln an. Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice handeln kunden- und serviceorientiert und wenden Informations- und Kommunikationstechniken an.
Im Schwerpunkt Rohr- und Kanalservice inspizieren und dokumentieren sie Rohr- und Kanalsysteme, überprüfen die Systeme auf Dichtheit und führen Reparaturen an Rohrleitungen und Kanälen durch. Dabei arbeiten sie häufig im Freien, bei Störfällen kann es auch an Wochenenden zum Arbeitseinsatz kommen.
Sie sind für die Instandhaltung der Kanalsysteme zuständig. Mit Winden und Kanalkameras orten sie Schäden oder sie reinigen die Kanalrohre mit speziellen Spülgeräten. In den Abwasserkanälen können sie oft nur gebückt gehen und sind dort Geruchsbelästigungen ausgesetzt. Dort tragen sie Schutzanzüge, Gummistiefel und Handschuhe.
Weitere Informationen können Sie beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) oder unter http://www.bzu.de/ erhalten
Tätigkeit
Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice sind tätig bei der Inspektion und Reinigung von Rohrleitungen und Kanälen. Sie führen hier insbesondere Dichtheitsprüfung durch. Auch Wartung und Unterhaltung von Rohrleitungen und Kanälen gehören zu ihren Aufgaben. Im Schwerpunkt Industrieservice befassen sie sich mit der Reinigung von Industrieanlagen mit Hilfe von Hochdruckwasser-, Vakuumsaug- oder Luftfördertechnik.
Arbeitszeit
Arbeitsumfeld und Arbeitsteam
Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice führen ihre Arbeit eigenverantwortlich bzw. selbstständig auf der Grundlage von technischen Unterlagen durch. Sie arbeiten zum Teil im Freien an Abwasserbauwerken und Abwasserleitungen und sind hier der Witterung und zum Teil Gerüchen und Schmutz z. B. bei der Reinigung der Kanalrohre ausgesetzt. Sie tragen Schutzkleidungen, teilweise auch Atemschutzgeräte. In engen Kanalrohren können sie teilweise nur in gebückter Haltung arbeiten.
Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice arbeiten mit Berufskolleginnen und –kollegen sowie mit Fachkräften für Abwassertechnik zusammen. Sie haben Kontakte zu Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von Behörden, z. B. im Umwelt, Tiefbauamt und in Kommunalverwaltung, aber auch zu Rohrnetz- und Elektrofachkräften.
Arbeitsmaterial
Fachkräfte für Rohr- und Kanalservice arbeiten auf der Grundlage von technischen Unterlagen und Regeln. Sie beschaffen Informationen, planen und koordinieren ihre Arbeit. Dabei dokumentieren sie ihre Leistungen und ergreifen Maßnahmen zur Qualitätssicherung, zur Sicherheit, zum Gesundheits- und zum Umweltschutz bei der Arbeit. Nach gesetzlichen Vorschriften fertigen sie Berichte und Protokolle über ihre Arbeit an. Sie verwenden dazu Formblätter und andere Büromaterialien sowie Computer.
Ausbildung und Einsatzort
Die Ausbildung zur Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice dauert 3
Jahre. Sie ist eine duale Ausbildung mit den Lernorten Betrieb und Berufsschule
und ist dem Berufsfeld Chemie, Physik und Biologie zugeordnet.
Die
betriebliche Ausbildung im Schwerpunkt Rohr- und Kanalservice findet im
Baubetriebshof der Stadt Hof und im Labor der Kläranlage des
Abwasserverbandes Saale statt. Sie sind überwiegend im Freien, z. B. an
Abwasserbauwerken und Abwasserleitungen tätig, beim Schwerpunkt
Industrieservice in Industrieanlagen.
Die zuständige Berufsschule befindet sich im ersten Jahr in Lauingen an der Donau (Internatsunterbringung). Im zweiten Ausbildungsjahr wird die schulische Ausbildung in Gelsenkirchen fortgesetzt. Die zuständige Stelle für diesen Ausbildungsberuf ist die Bayerische Verwaltungsschule in München. Der Ausbildungsinhalt ergibt sich aus dem Ausbildungsrahmenplan.
Ausbilder:
Herr
Strobel, Baubetriebshof, Tel. 09281 815-1736
Voraussetzungen
Für die Ausbildung zur Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice ist
keine bestimmte Schulbildung als Zugangsvoraussetzung vorgeschrieben, die Stadt
Hof legt jedoch Wert darauf, dass die Auszubildenden mindestens einen
qualifizierten Hauptschulabschluss vorweisen können.
Die aktuellen
Ausbildungsstellen werden in der örtlichen Presse, bei der Agentur für Arbeit
und auf den Internetseiten der Stadt Hof Ende Oktober, Anfang November für die
im folgenden September beginnende Ausbildung veröffentlicht. Aus den Bewerbern
und Bewerberinnen wird eine geeignete Auswahl zu einem persönlichen
Vorstellungsgespräch geladen. Es erfolgt keine schriftliche Auswahlprüfung
Bewerbung
Bis zum Ende der in der Stellenausschreibung genannten Bewerbungsfrist können Sie Ihre schriftlichen Bewerbungsunterlagen an nebenstehende Adresse senden.
Karriere
Fortbildung, Weiterentwicklung:
Da gerade im Bereich
Umweltschutztechnik immer neue Methoden entwickelt werden, halten sich
Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice über neue Prüf- und
Kontrollverfahren auf dem Laufenden. Dabei bieten sich Seminare zu den einzelnen
Prüfverfahren ebenso an wie Lehrgänge zur Instandsetzung und Handhabung der
Anlagen und Maschinen, Arbeitssicherheit/-schutz, Umweltberatung,
Luftreinhaltung oder Elektrotechnik.
Besonders erfahrene Fachkräfte können als Schichtleiter/in oder Gruppenleiter/in in einer Vorarbeiterposition tätig werden. Besonders in kleineren Betrieben können sie auch als Betriebsleiter/innen arbeiten. Nach dem Ablegen der Ausbildereignungsprüfung können sie auch als Ausbilder/innen tätig werden.
Nach der Ausbildung und einigen Jahren Berufspraxis kommen unter anderem folgende Weiterbildungsmöglichkeiten in Frage:
- Geprüfte/r Stadtreinigungsmeister/in
- Umweltschutztechniker/in
Mit der erforderlichen Hochschulzugangsberechtigung bieten sich unter anderem folgende Studiengänge an:
- Technischer Umweltschutz
- Umweltingenieurwesen
- Verfahrenstechnik
- Versorgungs- und Umwelttechnik
- Maschinenbau



