Die Hofer Straßenbahn - "Eleggdrisch fohrn mer dorch die Schdadd"
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Nachdem der 1880 eröffnete neue Bahnhof über 1,5 km vom Stadtzentrum entfernt
lag, führte dies von 1887 bis 1901 zu einem zwischen Bahnhof und Vorstadt
verkehrendem Pferdeomnibus. Dieser genügte den Anforderungen bald nicht mehr, so
daß in Form einer elektrischen Straßenbahn Abhilfe gesucht wurde. Mit der Firma
Siemens & Halske wurde ein entsprechender Partner gefunden, so daß am
5.8.1901 der Betrieb mit zweiachsigen Straßenbahnwagen eröffnet werden konnte.
Die Gesamtkosten für die Gleisanlagen, Oberleitung, die Werkstatteinrichtungen
und den Wagenpark betrugen damals insgesamt 391.911 Mark.
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Die eingleisige Strecke führte entsprechend dem damaligen Verkehrsbedürfnis
vom Hauptbahnhof über die Bahnhofstraße, Bismarckstraße, Altstadt, Ludwigstraße,
Unteres Tor, Schleizer Straße bis zum Friedhof. Mit Anfangs- und Endhaltestelle
waren auf 3,12 km Streckenlänge insgesamt 19 Haltepunkte eingerichtet, die im
10-Minuten-Takt angefahren wurden. Der Fahrpreis betrug einheitlich 10 Pfennige,
die unter Aufsicht des Wagenführers in eine Groschenbüchse zu werfen waren. Für
das Wagenpersonal bestanden strenge Vorschriften: Aufsichtsbeamte und
Wagenführer mußten mindestens 21 Jahre alt sein, unbescholten, zuverlässig, im
Besitz eines "gesunden Gesichts und Gehörs und nicht mit körperlichen Gebrechen
behaftet".
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Nach dem ersten Weltkrieg befanden sich die Gleisanlagen in schlechtem
Zustand, so daß sich die Firma Siemens & Halske dazu entschloß, den Betrieb
zum 20. Januar 1920 einzustellen. Allerdings ging die Bahn am 1. August 1920
vertragsgemäß an die Stadt Hof über, die zur Freude der Hofer Bürger den Betrieb
auf eigene Kosten wieder aufnahm. Trotz steigender Tarife (45 Pfennige im
Oktober 1921) ergab sich jedoch ein immer größeres Defizit, so daß die Stadt
entschied, den Straßenbahnbetrieb am 14.11.1921 "vorläufig" einzustellen. Dabei
ist es bis zum heutigen Tage geblieben, die Gleisanlagen sind längst
abgebaut.

Untere Ludwigstraße in Hof um 1904






