Johann-Christian-Reinhart-Cabinett

J.C.R. - Ein Maler und Zeichner zwischen Hof und Rom

Neben der Neuen Pinakothek in München dürfte das am 15. Januar 2008 eröffnete Johann Christian Reinhart Cabinett in Hof dauerhaft die meisten Arbeiten des zu den „Deutschrömern“ zählenden Malers zeigen. In den neuen Ausstellungsräumen werden die Bilder aus der Sammlung der Stadt Hof präsentiert, für die es bisher keine Möglichkeit der dauerhaften Ausstellung gab.

Der Initiativkreis „museum-aktiv“ war Impulsgeber und hat zusammen mit der Hofer Hospitalstiftung die Voraussetzungen geschaffen, um im historischen Umfeld rund 60 Werke ständig zeigen zu können. Sonderausstellungen ergänzen das Angebot regelmäßig. Bei den zu sehenden Arbeiten handelt es sich vornehmlich um Radierungen in verschiedenen Formaten, die hauptsächlich in Reinharts Zeit in Rom entstanden sind. Ein Schwerpunkt wurde mit rund 30 Blättern auf Reinharts Tierdarstellungen und auf solche Landschaftsbilder gelegt, in denen Tiere eine Rolle spielen.

Reinhart ist einer der wichtigsten Landschaftskünstler

Johann Christian Reinhart Titel: Die Landschaft mit der Versuchung Christi Datierung: 1799 Titel: Die Landschaft mit der
Versuchung Christi, Datierung: 1799

Johann Christian Reinhart kam 1761 in Hof an der Saale zur Welt. Nach seiner Schulzeit erhielt er seine künstlerische Ausbildung in Leipzig und Dresden. Als Freund Friedrich Schillers stand er in seinen Jugendjahren dem Sturm und Drang nahe, obwohl er ab 1786 am Hofe Georgs I. von Sachsen-Meiningen wirkte. 1789 ging Reinhart nach Rom und blieb bis zu seinem Tod 1847 in der Ewigen Stadt. Er entwickelte sich zu einem der angesehensten Künstler der deutschen Kolonie und wurde Mitglied der Akademien in Berlin und München. Ludwig I. ernannte ihn 1839 zum Königlich bayerischen Hofmaler. Reinharts Thema war die Landschaft, die er in den Medien Zeichnung, Radierung und Malerei gestaltete. Dabei nutzte er verschiedene Ausprägungen der Landschaftskunst, um seine künstlerischen Vorstellungen auszudrücken.

In seinem Werk finden sich Idyllen in der Nachfolge Salomon Gessners, Landschaften, die eine Auseinandersetzung mit der niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts belegen, Ansichten nach der Natur und unterschiedliche Typen idealer Landschaftskompositionen. Zusammen mit seinem Freund Joseph Anton Koch entwickelte Reinhart eine Landschaftsform neu, die als heroische Ideallandschaft bezeichnet wird. Darunter versteht die Kunsttheorie raue und abweisende Landschaften, in denen sich nur ein starkes Menschengeschlecht behaupten kann. Mit diesen Landschaftsbildern erweist sich Reinhart als ein Hauptvertreter des internationalen Klassizismus in Rom.

Die Bandbreite seiner Landschaftsformen im Zusammenspiel mit seiner überragenden künstlerischen Qualität macht Reinhart zu einem der wichtigsten Landschaftskünstler der Zeit um 1800.

Besucherinformationen

Tickets sind an der Museumskasse erhältlich. Führungen für Erwachsene und Kinder sind nach Vereinbarung möglich. Die Eintrittspreise finden Sie hier.

Johann Christian Reinhart Titel: Schlafendes Windspiel (Schlafender Jagdhund) Datierung: 1811 Titel: Schlafendes Windspiel (Schlafender Jagdhund), Datierung: 1811

Sonderausstellung zum 250. Geburtstag

Anlässlich des 250. Geburtstags von Johann Christian Reinhart am 24.1.2011 gab es im Reinhart-Cabinett eine Sonderausstellung mit Originalbildern. Die Arbeiten stammten dabei aus der städtischen Kunstsammlung, aus der Vießmann-Sammlung und aus Privatbesitz.

Einen Film zur Eröffnungsfeier am 24.1.2011 im Museum Bayerisches Vogtland gibt es hier zu sehen.

Kontakt

KulturKreis Hof e.V.
c/o Reinhart Cabinett
Unteres Tor 7
95028 Hof

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