Jean-Paul-Weg: Hof-Joditz

"Mit einem passenden Quersack auf dem Rücken..."

10,5 Kilometer lang ist der Weg, den Jean Paul als Junge von Joditz nach Hof wöchentlich einmal gelaufen ist. Im Jahr 1765 kam er nach Joditz. Er wuchs in dem kleinen Dorf als Sohn des Pfarrers auf. Elf prägende Jahre – vom 2. bis zum 13. Lebensjahr – verbrachte er dort. Er nennt Joditz deshalb seinen "geistigen Geburtsort". In seiner Biographie beschreibt er diese Zeit als zwar ärmlich beengt, aber als die glücklichste Phase seines Lebens. Als Auenthal, Hukelum, Elterlein kommt der Ort in fast allen seinen Romanen vor. Seinem Lehrer Knieling setzt Jean Paul in der Idylle "Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal" ein literarisches Denkmal, das in die Weltliteratur eingegangen ist. Zu den "Sommeridyllen" zählt Jean Paul die wöchentlichen Gänge nach Hof. "Mit einem passenden Quersack auf dem Rücken" wanderte er zu den wohlhabenden Großeltern, "um Fleisch und Kaffee und alles zu holen, was im Dorf entweder gar nicht zu haben war, oder doch nicht um den äußerst geringen Stadtpreis. Denn seine Mutter gab ihm nur einige wenige Geldstücke mit – es sollte nämlich nicht alles hergeschenkt erscheinen –, damit seine Großmutter, spendend gegen Tochter und Enkel und nur kargend gegen die übrige Welt, den Quersack mit allem füllte, was auf dem jeweiligen Küchenzettel stand."

Das ist die Geschichte, die hinter der Idee steht, einen Wanderweg zwischen Joditz und Hof durch das idyllische Saaletal einzurichten. Der Jean-Paul-Wanderweg wurde vom Verkehrsverein Joditz angeregt und in Zusammenarbeit mit der Stadt Hof, den Landkreisgemeinden Köditz, Feilitzsch und Töpen sowie dem Landratsamt Hof und dem privaten Jean-Paul-Museum der Familie Schmidt in Joditz realisiert.

An 10 Stationen zwischen dem Dorfplatz in Joditz und dem Schlossplatz in Hof wird in literarischen Texten oder Erläuterungen Bezug genommen auf Leben und Werk des Dichters Jean Paul, der als Zeitgenosse Goethes ein Bestsellerautor war, der mehr gelesen wurde als jeder andere. Der markierte Weg berührt das Jean-Paul-Gymnasium in Hof ebenso wie zum Beispiel die Stelle hinter Unterkotzau, an der sein Bruder begraben ist.

Mit der Verbindung zwischen einem Wanderweg und den literarischen Anklängen wollen die Initiatoren sowohl eine touristische Attraktion schaffen, als auch das Interesse an dem Dichter, der in Wunsiedel geboren und Bayreuth gestorben, fast sein gesamtes Leben – auch mit häufigen Wanderungen – in der Region zugebracht hat. Die für das umfangreiche literarische Werk prägenden Erlebnisse gehen aber auf die Kinder- und Jugendzeit, vor allem in Joditz und Hof zurück. Dass die Stadt Hof, gelegentlich als "Kuhschnappel" verspottet, dabei nicht besonders gut wegkommt, ist nicht nur literarisch Interessierten bekannt. Aber immerhin bestätigt er auch: "Besehet Hof, wo ich das meiste gelitten, aber das Beste geschrieben."

Die Wanderskizze können Sie hier downloaden.

Einen ausführlicheren Prospekt, der den Weg für Touristen und Einheimische beschreibt und neben der Skizze des 10,5 Kilometer (oder in der längeren Variante 12 km) langen Weges mit kurzen Zitaten des Dichters Lust macht, auch die weiteren Texte an den zehn Stationen kennenzulernen ist unter anderem beim Landratsamt Hof, bei der Tourist-Information Hof und in den beteiligten Gemeinden kostenlos erhältlich. Auch Leben und Werk Jean Pauls sowie einige wichtige Stätten seines Wirkens zwischen Hof und Joditz werden kurz dargestellt.

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