St. Michaeliskirche
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Zwar ist in einem Fenstersturz des nördlichen Treppenaufganges die
Jahreszahl 1559 eingemeißelt, doch die evangelische Hauptkirche Hofs, die
gemeinsam mit dem Rathaus
das Bild der Ludwigstraße prägt, ist weit älter. Nach geschichtlichen
Überlieferungen begann die erste von insgesamt 4 Bauperioden um 1230. Es
entstand damals eine Kapelle, die dem Erzengel Michael geweiht wurde und als
"Filiale" von St.
Lorenz galt. Wie kein anderes Gotteshaus litt St. Michaelis unter Kriegen
und Bränden. Nach der Zerstörung im Jahre 1299 bei einem Stadtbrand wurde
zwischen 1380 und 1386 eine dreischiffige Hallenkirche mit querschiffartig
ausspringenden Kapellen errichtet.
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Die zweifellos wichtigste Bauperiode war die dritte ab 1480, denn St.
Michaelis erhielt nun seine endgültige Form. Bei der auf Grund von steigenden
Einwohnerzahlen erforderlichen Erweiterung entschloss man sich zu einem kühnen
Schritt: Die Stadtmauer wurde in Richtung Osten durchbrochen. 1536 wurde St.
Michaelis im Zeichen der Reformation zur evangelischen Hauptkirche erkoren. An
eine mehrwöchige Belagerung im Jahre 1553, in der die Kirche kräftig unter
Beschuß stand, erinnern noch heute am mittleren Chorfenster und am nördlichen
Turm angebrachte Kanonenkugeln.
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Verheerend wirkte sich der Stadtbrand am 4. September 1823 aus: Es bleiben nur die Türme und
die Umfassungsmauer übrig. Dadurch konnte beim Wiederaufbau ab dem Jahre 1826
aber die äußere Form erhalten werden. Die Pläne entwarf Georg Erhard Saher, der
zuvor in Potsdam tätig war und mit dem berühmten Karl Friedrich Schinkel
zusammenarbeite. St. Michaelis wurde wieder einmal vergrößert und auch im
neugotischen Stil eindeutig geprägt. Durch eine Änderung der Säulenstellung
erfuhr das Mittelschiff eine Verbreiterung, während die Seitenschiffe stark
zurücktraten. Dadurch entstand der große helle Chorraum.
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Verändert worden sind dabei auch die Türme, die achteckige Helme erhielten.
Bei den ständigen Umbauten spielt das Jahr 1884 eine gravierende Rolle. Zum
einen wurde das Gewände des Portals mit Granitsäulen ausgesetzt - und zum
anderen bekam der Chorraum neue farbige Fenster. Sie stellen die Verkündigung,
die Geburt, die Auferstehung und die Erscheinung des Herrn dar. Die drei
mittleren Fenster schuf der Berliner Professor Carl Gottfried Pfannschmidt.
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Die Ausstattung der Kirche stammt - abgesehen vom gotischen Holzkruzifix
aus dem 15. Jahrhundert - aus der Zeit nach dem Brand von 1823. Auf ein
Kunstwerk müssen die Besucher heute leider verzichten: Der ursprüngliche
Hochaltar von 1465, in der Kunstgeschichte als "Hofer Altar" bekannt, befindet
sich in der "Alten Pinakothek" in München. Er gilt als einer der schönsten
fränkischen Tafelaltäre mit 8 Gemälden und wurde von dem Bamberger Hans
Pleydnwurff geschaffen. In einer Schrift des evangelischen Dekanats wird das
Fehlen dieses Kunstschatzes bedauert: Leider schenkte ein allzu untertäniger
Stadtrat auf Anregung der Kanzlei Ludwig I den Altar den königlichen Sammlungen
in München. Die wiederholten Bemühungen um eine Rückführung nach Hof in den
letzten Jahrzehnten blieben ohne Erfolg.
Der jetzige Altar stammt von dem Münchener Künstler Anselm Sikkinger aus dem Jahre 1884. Er zeigt die Einsetzung des Altarsakraments, auf den Seitenflügeln die 4 Evangelisten und in der Predella die symbolische Darstellung von Glaube, Liebe, Hoffnung.
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Ein herausragendes Kunstwerk ist die Orgel von St. Michaelis, die 1834 von
den Gebrüdern Heidenreich geschaffen wurde und im Klangaufbau Anleihen von
Silbermann zeigt. 1967 bei einer gründlichen Renovierung wurden Hauptwerk,
Oberwerk und Pedal nach alten Unterlagen rekonstruiert - und als drittes Manual
ein bewusst modern disponiertes Stellwerk angefügt. Experten sind der Meinung,
dass dieses Werk des Biedermeier die klangschönste Orgel Bayerns ist. Die Orgel
und dazu noch die ausgezeichnete Akustik in St. Michaelis sind natürlich ideale
Voraussetzungen für Oratorien und Konzerte mit den Hofer Symphonikern, bekannten
Künstlern und der einen vorzüglichen Ruf genießenden St.
Michaelis-Kantorei.
Imponierend ist der Blick am Abend von der Höhe des Theresiensteins aus, wenn St. Michaelis und das Rathaus als ebenso trutziger "Nachbar" angestrahlt werden.













