Geschichte der Flüchtlinge und Vertriebenen in Hof
Seit dem 28. Januar 2012 ist im Museum Bayerisches Vogtland in Hof eine völlig neue Abteilung zur Geschichte der Flüchtlinge und Vertriebenen in Hof zu besichtigen. Zahlreiche Schaustücke zeigen auf drei Etagen einen Ausschnitt der deutschen Geschichte am Beispiel der Stadt Hof.
Mit einem Festakt im Theater Hof wurde die neue Abteilung am 27. Januar 2012 eröffnet. Die Festrede zur Eröffnung wurde von Theater- und Literaturkritiker Prof. Dr. Hellmuth Karasek gehalten. Der in Brünn geborene Karasek hat in seiner Autobiografie „Auf der Flucht“ seine eigene Vertreibungsgeschichte beschrieben. Mit der Eröffnung am Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, der vom Bundespräsidenten Roman Herzog begründet worden war, weisen die Kulturverantwortlichen der Stadt Hof bewusst darauf hin, dass Flucht und Vertreibung eine Vorgeschichte haben und nicht „über Nacht“ gekommen sind.
Bildergalerie zur Eröffnungsveranstaltung
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hof zur ersten Anlaufstation für unzählige Menschen, die im Zuge von Flucht, Vertreibung oder Zwangsumsiedlung ihre Heimat in den deutschen Ostgebieten oder im östlichen Europa verloren hatten. Mehr als zwei Millionen Flüchtlinge und Vertriebene wurden bis Anfang der 1950er Jahre durch Hof geschleust, wo sie Unterkunft und Verpflegung erhielten. Im Stadtteil Moschendorf befand sich das größte bayerische Flüchtlingslager. Die Hofer Bevölkerung wuchs zudem durch den dauerhaften Zuzug von etwa 15.000 Heimatvertriebenen um nahezu ein Viertel. Durch ihre mitgebrachten heimatlichen Traditionen wie auch ihre individuellen Fähigkeiten prägten diese die Entwicklung der Stadt in der Nachkriegszeit entscheidend mit.
Über 400 Exponate auf drei Etagen
Im öffentlichen
Bewusstsein ist dieser für die Stadt Hof so bedeutende Aspekt der Zeitgeschichte
inzwischen jedoch nur noch wenig präsent. Das städtische Museum Bayerisches
Vogtland widmet sich deshalb dem Thema „Flüchtlinge und Vertriebene in Hof“ im
Rahmen einer wissenschaftlich fundierten und zeitgemäß gestalteten neuen
Abteilung seiner Dauerausstellung. Auf drei Ebenen eines in den letzten zwei
Jahren aufwendig sanierten Museumsanbaus werden mehr als 400 für das Thema
einschlägige Exponate von einmaligem historischem Wert präsentiert.
Im Zuge der baulichen Maßnahmen erhielt das Museum außerdem einen neuen, modern ausgestatteten Eingangsbereich mit Café und Museumsshop. Seit dem 28. Januar ist die neue Museumsabteilung für die Öffentlichkeit zugänglich; alle Bereiche der Ausstellung sind barrierefrei.

Flyer
zum Download
